1441
  Nitschareuth entstand wahrscheinlich schon im späten Mittelalter. Erwähnt wurde es erstmals am 25. Mai 1441 als Nitzitzenreuth. Ursprünglich bestand Nitschareuth aus einem Gehöft, das "Sachsen-Straußische Haus" (Hausnummer 16), welches auf kursächsischen Gebiet lag.
  1538
  1538 wird das Gotteshaus zu Nitzitzenreuth mit einer Zinsschuld von 1 1/2 Groschen an das Kloster Cronschwitz das erste mal erwähnt.
  1549
  Im Jahre 1549 gab es ca. 100 Einwohner.
  1550
  Um 1550 wurde in Nitschareuth die erste Schule für Kinder aus Daßlitz und Nitschareuth eingerichtet.
  1564
  Nach der Greizer Landesteilung im Jahre 1564 gehörte das Dorf zur Herrschaft Reuß-Untergreiz.
  1566
  1566 gab es im Ort 20 Feuerstätten, ebenso viele besessene Erbmänner, im gesamten Dorf hielt man 107 Großrinder, 69 Kleinrinder und 34 Schweine.
  1622
  Im Dreißigjährigen Krieg wurde ein großer Teil des Dorfes vernichtet darunter auch das "Sachsen-Straußische Haus".
Bis 1622 wurde Nitschareuth und Daßlitz kirchlich aus Greiz betreut, aber dann aus dem Parochialverband von Greiz gelöst und nach Tschirma eingepfarrt. Gründe dafür waren ein zu weiter Weg bei "geschwinden Fällen" (Sterbe-Sakramenten und Jachtaufe), ferner Überlastung der Greizer Diakonen.
  1658
  1658 wurde die heutige Kirche errichtet, da das alte Gotteshaus in Folge des Dreißigjährigen Krieges total verfallen war. Wegen der Notzeit ist der Bau bescheiden ausgefallen. Sie ist ein Barockbau mit den Resten eines spätgotischen Flügelaltarschreins. In der Kirche befindet sich eine Kanzel, die aus der Schloßkirche zu Rothental stammt. An der Emporenbrüstung findet man dörfliche Malereien aus den 18. Jahrhundert. Das Bauholz wurde durch die Gemeinde geliefert. Alle notwendigen Fuhren wurden durch Spannfröhner erledigt. Die Feldhäusler hatten die Aufgabe Steine zubrechen und Lehm zu hacken und alle anfallenden Handarbeiten zu erledigen.
  1668 - 1698
  Von 1668 bis 1698 gehörte Nitschareuth zur Untergreizer Zweiglinie Rothental.
  1768 - 1918
  Von 1768 bis 1918 war der Ort unter Herrschaft des Fürstentums "Reuß ältere Linie".Laut mündlicher Überlieferung war das Angerdorf früher durch Tore von den Feldhäuslern abgeschlossen.
  1811
  Bei der Reuß-Greizer Volkszählung im Jahr 1811 betrug der reußische Ortsanteil von Nitschareuth 44 Häuser und 221 Einwohner.
  1815
  Als Strafe dafür, dass Sachsen auch nach der Leipziger Völkerschlacht zunächst verbündete Napoleons geblieben waren, musste es auf Beschluss des Wiener Kongresses 1815 ein Teil seiner Gebiete abgeben, darunter auch Kühdorf, Hainsberg, Alt-Gommla mit dem Gommlaer Wald, auch 15 Häuser aus Altgernsdorf und 9 Häuser aus Neugernsdorf nach verübergehender Inbesitznahme durch Preußen an Reuß ältere Linie übergegeben. Dabei wurde das "Sachsen-Straußische Haus" kurioserweise vorübergehend erst einmal vergessen, kam aber nach kurzer Zeit ebenfalls zu Reuß Greiz, seit dem unterstand das gesamte Dorf einer Herrschaft.
Es gab auch ein Brauhaus. Das Braurecht wechselte jedes Jahr von einem Bauern zum anderen.
Die Brettmühle, der Kupferhammer, der Neuhammer, die Neumühle waren einst auch Ortsteile von Nitschareuth.
  1939
  1939 betrug die Einwohnerzahl 535.
  1967
  1967 wurde eine neue Schule gebaut.
Seit 1920 gehört Nitschareuth zu Thüringen, zwischen 1952 und 1990 zu den Bezirk Gera
  1979
  Der seit 1979 unter Denkmal stehende Dorfanger mit Drei- und Vierseitenhöfen ist heute einer der besterhaltenste in Ostthüringen.
  1996
  Nitschareuth gehört seit 1996 zur Gemeinde Langenwetzendorf und hat heute 241 Einwohner.


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